Bauherr: Kunststiftung des Landes Sachsen- Anhalt
Auswahlverfahren 2009

Das neue Gebäude der Kunststiftung wurde am 3.12.2011 mit der Eröffnungsausstellung 'Von hier aus' eingeweiht!

http://www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/web/presse/2011/einladung-zur-pressekonferenz.html

Das ehemalige Wohnhaus von 1924 wurde im Rahmen des Konjunkturpakets II zum Sitz der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt umgebaut. Neben der Geschäftsstelle der Kunststiftung wurde eine  Kunstgalerie für die Präsentation zeitgenössischer Kunst integriert. Die baulichen Maßnahmen standen im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung, der barrierefreien Erschließung und der Nutzungsänderung

Auszug aus der Empfehlung des  Gestaltungsbeirats der Stadt Halle vom 07.12.2009:„Durch eine neue Einfassungsmauer […] mit Nischen für Objekte und Fenstern für Einblicke in den Gartenbereich soll das Ensemble stärker mit seinem Umfeld vernetzt werden. Diese Einfriedung leitet geschickt in den Sockel des von der Straße zurückgesetzten Bauteils über und formuliert so den neuen Haupteingang. In diesem Bereich wird das Niveau auf die Straßenebene herabgesetzt und somit ein barrierefreier Zugang geschaffen.  […]“

Im Gebäudeinneren wurde die historische zentrale Freitreppe zum Mittelpunkt der angebotenen flexibel bespielbaren Präsentationsflächen der Galerie. Der neue zweigeschossige Anbau mit Tageslichtdecke bietet dabei auch für große Exponate Raum und ist von unterschiedlichen Positionen im Haus vielfältig einsehbar.

Um die Maßnahme und die neue Nutzung außen ablesbar zu gestalten, erhielt das Gebäude partiell eine neue Vorhangfassade aus Beton-Platten. Basierend auf einem Keramik-Modell der Künstlerin Judith Runge wurden auf digitaler Basis an der Universität Kassel (Kathrin Wiertelarz) die Formen für die Herstellung von Silikonschalungen für den Beton-Abguss generiert. Die Platten wurden von dem Entwicklungs- und Forschungsdienstleister G.tecz in Kassel entwickelt und produziert.

Durch ihr plastisches Licht-/Schattenspiel und die differenzierte Nah-/Fernwirkung ist die Fassade Signet für das Gebäude und fügt sich gleichzeitig in die äußere Gestaltkonzeption des Gebäudeensembles ein, das mit der Nachbarbebauung unter Denkmalschutz steht.

Neuwerk 11 ist der spannende Dialog zwischen vorhandener Bausubstanz und zeitgemäßer Architektur. Aus der Revitalisierung eines jahrelang leerstehenden Gebäudes ist ein Ort ist entstanden, der der zeitgenössischen Kunst mit ihren vielfältigen Arbeits- und Präsentationsformen Raum gibt.

Lage: Neuwerk 11,  06108 Halle
Leistungsumfang: LP 1-9
Termine: Baubeginn 2010, Fertigstellung Dezember 2011
Daten: BGF insgesamt ca. 1200 m², BRI ca. 5000 m²
Baukosten: ca. 2.000.000 EUR

Fotos: © Christian Richters, Berlin