Bauherr: ANH Hausbesitz GmbH & Co. Kommanditgesellschaft, Arnsberg/ Berlin

Grundstück und städtebauliche Situation
Das Grundstück befindet sich im städtebaulichen Entwicklungsbereich der Spreestadt Charlottenburg. Es grenzt an seiner Nordseite an die Spree und wird an seiner Ost- bzw. Südseite von der Englischen- bzw. Gutenbergstraße begrenzt. Auf dem ehemals industriell genutzten Gelände entsteht ein Ensemble aus vier Bürogebäuden mit insgesamt ca. 19.000 m² BGF.
Bei dem quadratischen Gebäude, The Box, handelt es sich um ein ehemaliges Lagerhaus aus dem Jahr 1969, das nach dessen Umbau und Erweiterung 2014 fertiggestellt wurde. Bei dem Gebäude The Knee um einen Neubau der Ende 2019 seine Nutzung aufgenommen hat. Das dritte Gebäude, The Terrace, befindet sich derzeit in der Bauphase, seine Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen. Ein viertes Gebäude, The Brick, ist Teil des gemeinsam geplanten Ensembles, wurde jedoch im Laufe der Umsetzung an einen neuen Eigentümer übertragen.
Die vier Gebäude besetzen jeweils die Grundstücksaußenecken und geben eine offene und durchlässige Grundstücksmitte frei. Gleichmäßig umlaufende Fassadengestaltungen stärken den Eindruck von solitären Einzelgebäuden, die zusammen mit der Außenraumgestaltung einen Büro-Campus mit industriellem Charakter erzeugen.

Bürogebäude THE KNEE
Der winkelförmige Baukörper steht mit der Ost- und Südfassade unmittelbar auf der Grundstücksgrenze und definiert den Blockrand an der der Straßenecke. Das Gebäude besteht aus einem leicht zurückgesetzten Erdgeschoss, sechs Regelgeschossen und einem Staffelgeschoss, dass um ca. 2,0m zurückspringt.
Im Erdgeschoss ist eine gewerbliche Nutzung und in den Obergeschossen eine Büronutzung vorgesehen.
Der Hauptzugang erfolgt von der Gutenbergstraße über ein durchgestecktes Eingangsfoyer, welches die Straßen- und die Hofseite verbindet. Vom Foyer erreicht man die oberen Geschosse über zwei Aufzüge, sowie ein innenliegendes zentrales Treppenhaus, welches als Sicherheitstreppenhaus ausgebildet ist.Das Fassadenraster von 1,35m ermöglicht eine flexible Raumaufteilung der Büroflächen nach individueller Nutzungsanforderung. Der schmale Schenkel entlang der Gutenbergstraße eignet sich als Zweibund, in dem breiten Schenkel entlang der Englischen Straße ist eine flexibel nutzbare Mittelzone möglich.
Die Fassade wird von einem Raster aus vorgehängten Sichtbetonelementen, die das Tragsystem aus Stützen und Geschossdecken nach außen ablesbar machen, geprägt. Die metallischen Füllungen, bestehend aus den Brüstungsfeldern und den Fensterelementen, wurden pulverbeschichtet mit einer transparent changierenden Farbgebung.Die Fassade des Staffelgeschosses besteht aus raumhohen Verglasungen mit Schiebetürelementen und außenliegenden Sonnenschutzmarkisen. Die Absturzsicherung der Dachterrassen ermöglicht ein umlaufendes Geländer mit Füllungen aus Punktschweißgittern.
Die Gestaltung der Büroflächen basiert auf einem reduzierten Materialeinsatz. Der Beton bleibt an den Decken und Stützen sichtbar und wird ergänzt durch gespachtelte Wandflächen mit hellgrauem Anstrich. Der Fußboden besteht aus einem Industrieparkett in dunkler Räuchereiche in den Büroflächen und aus einem geschliffenen Zementestrich in den Foyers. Besprechungs- und Büroräume werden im Rahmen des Mieterausbaus aus transparenten Systemtrennwänden abgetrennt.

Das Gebäude wurde als nachhaltiges Bauvorhaben konzipiert und erhielt eine Zertifizierung in LEED - Gold.

Lage: Gutenbergstraße 2, 10587 Berlin
Leistungsumfang: LP 1-5
Termine: Baubeginn 06/2017, Fertigstellung 12/2019
Daten: BGF 9.500m², BRI 34.000m³

Fotos:  © Christian Richters, Berlin